Frühlings-Händelwurz
Gymnadenia vernalis
W. DWORSCHAK spec. nov.


Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Subtribus: Orchidinae
Blütezeit: A 5- E 5
Beschreibung

Diese kleine, zierliche Pflanze findet man ab Anfang Mai in oft leicht sauren Flachmooren. Die Blätter sind sehr schmal und der Stängel sehr dünn. Der Blütenstand fällt durch seine Lockerheit und die kleinen Blüten kaum ins Auge. Sie erscheint als erste Händelwurz, aber nur für eine sehr kurze Zeit und ist danach fast nicht mehr aufzufinden. Begleitpflanzen sind z. B. Coeloglossum viride, Dactylorhiza incarnata, Dactylorhiza majalis, Listera ovata, Pedicularis sylvatica, Polygala vulgaris.
Die Pflanzen erreichen eine Höhe von 16 cm bis 26 cm.
Der Stängeldurchmesser dieser Orchidee beträgt unterhalb des Blütenstandes nur 1,5 mm bis 1,9 mm. Am Boden ist der Stängeldurchmesser bis zu 3,5 mm.
Der Blütenstand ist locker und wenigblütig. Die Infloreszenz hat eine Abmessung von 1,7 cm bis 1,9 cm im Durchmesser und eine Höhe bis zu 5,5 cm.
Die Farbe der Blüten ist meist hellrosa, sie besitzen einen sehr schwachen blumigen Vanilleduft. Die Lippe hat eine Breite von 3,5 mm bis 5,5 mm. Der Durchmesser des Sporns ist 0,7 mm bis 0,9 mm , seine Länge 13 mm bis 17 mm.
Am Boden besitzen diese Pflanzen ein kleines spitzes scheidiges Grundblatt, darauf folgen 2 bis 4 große schmale Laubblätter, danach findet man bis zu max. 3 kleine Hochblätter.
Das erste große Blatt am Boden ist 6 mm bis höchstens 9 mm breit und 12 mm bis 76 mm lang, s. o.

Habitusaufnahme des Holotypus bei Huglfing – 25.5.01
Foto: W. Dworschak

Etymologie
Der Name vernalis (lateinisch: Frühlings...) wurde wegen des Erscheinens der Pflanze mitten im Frühling gewählt.

Infloreszenz von G. vernalis bei Huglfing – 25.5.01
Foto: W. Dworschak

Locus classicus bei Huglfing. Links Dactylorhiza majalis, rechts Gymnadenia vernalis – 25.5.01!
Foto: W. Dworschak

Abgrenzung
Diese Gymnadenia ist durch den frühen Blühtermin und durch ihren schmächtigen Wuchs kaum zu verwechseln. Außerdem sind in ihrem Lebensraum meist nur Gymnadenia conopsea und viel später Gymnadenia splendida ssp. odorata zu finden. Gelegentliche Bastarde zwischen Gymnadenia vernalis und Gymnadenia conopsea sind vorhanden, aber selten.

© AHO-Bayern e.V.
Verbreitungskarte im PDF- Format

Habitus von Gymnadenia vernalis am  locus classicus bei Huglfing – 25.5.05
Foto: W. Dworschak

Infloreszenz von Gym. vernalis bei Huglfing auf 890 m – 1.6.08
Foto: W. Dworschak

Verbreitung

Bisher befinden sich alle Fundorte in Oberbayern in einer Höhe zwischen 550 m und 800 m.

Habitus von Gymnadenia vernalis am  locus classicus bei Huglfing –  27.5.05
Foto: W. Dworschak

Infloreszenz von Gym. vernalis bei Huglfing – 27.5.05
Foto: W. Dworschak

Habitus von Gymnadenia vernalis am  locus classicus bei Huglfing – 27.5.05
Foto: W. Dworschak

Werner Dworschak

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