Dichtblütige Händelwurz
Gymnadenia densiflora
(WAHLENBERG) A. DIETRICH (1839)


Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Subtribus: Orchidinae

Synonym:
Gymnadenia splendida subsp. odorata W.DWORSCHAK (2002)

Blütezeit: E5 - 7
Beschreibung

Ende Mai erblüht eine stark duftende, rosafarbene Pflanze, die sich durch ihren dicken Stängel und ihre stattliche Höhe auszeichnet. Man findet sie in Flachmooren, aber auch an nassen Stellen im Gebirge und feuchteren Teilen von Halbtrockenrasen. Das Biotop teilen diese Pflanzen im Flachland mit Dactylorhiza majalis, Dianthus superbus, Listera ovata sowie Polygala vulgaris. Im Gebirge begleiten diese Pflanzen Coeloglossum viride, Gymnadenia alpina, Gymnadenia odoratissima, Listera ovata, Nigritella rhellicani, Ophrys insectifera und Orchis ustulata.
Die Pflanzen erreichen eine Höhe von 32 cm bis 75 cm.
Diese Gymnadenia hat einen Stängeldurchmesser unterhalb des Blütenstandes von 2,5 mm bis 3,8 mm, am Boden beträgt der Durchmesser 5 mm bis 6 mm.
Der Blütenstand ist meist dicht, vielblütig und einheitlich in der Farbgebung.
Die Farbe der Blüten ist rosa, der Duft sehr stark würzig blumig, in Richtung Vanille gehend.
Pflanzen, die später im Gebirge erscheinen, weisen oft eine dunklere Farbe auf, der Lippengrund erscheint dadurch heller oder weißlich. Die Lippenbreite reicht von 6 mm bis 8,2 mm. Der Sporn hat einen Durchmesser von 1 mm und ist 10 mm bis 18,5 mm lang. Am Grund befindet sich meist ein kleines Blatt, es folgen danach 3 bis 4 große, nach außen gebogene Blätter. Am Stängel findet man 3 bis 4 kleine Hochblätter. Das erste große Blatt am Boden erreicht eine Breite von 12 mm bis 18 mm und eine Länge von 80 mm bis 150 mm, s. o.

Habitus einer typisch stark nach Vanille duftenden Pflanze – 15.6.08
Foto: W. Dworschak

Etymologie
densiflora (lat.) dichtblütig

Infloreszenz von Gymnadenia densiflora bei Marnbach Weilheim – 17.5.05
Foto: W. Dworschak

Abgrenzung
Nur sehr kleine Unterschiede, wie zum Beispiel der walzenförmige Blütenstand und ihr schöner Vanille-Duft, sowie ihr Biotop, trennen diese Art von Gymnadenia splendida

Wo Gymnadenia densiflora vermehrt auftritt, ist der Duft so stark und fast betörend, dass selbst wir Menschen ihn aus einigen Metern Entfernung deutlich wahrnehmen, wie hier in einer Wacholder- Steppenheide mit etwas feuchteren Teilarealen - Wolfratshausen 26.06.2009
Foto: U. Grabner

Verbreitung

Gymnadenia desniflora grenzt an das Hauptverbreitungsgebiet von Gymnadenia splendida im Nord-Osten an und wird in großen Mengen zum Beispiel in Thüringen und Sachsen-Anhalt  gefunden. In den Alpen findend der Pflanzenfreund sie in einer Höhe zwischen 300 m bis 1800 m. Exemplare in Ostösterreich scheinen auch zu dieser Art zu gehören.

© AHO-Bayern e.V.
Verbreitungskarte im PDF- Format
Datenbasis AHO-Bayern und LfU

Karte mit Nachweis-Schwerpunkt ab 2016
Datenbasis AHO-Bayern

Der Blütenstand der stattlichen Pflanzen ist meist dichtblütig und relativ einfarbig - Wolfratshausen - 13.07.2007
Foto: U. Grabner

Blütenstandsausschnitt - Wolfratshausen –13.07.2007
Foto: U. Grabner

Mächtige Hybride zwischen Gymnadenia densiflora und Gymnadenia conopsea ssp. serotina
Foto: W. Dworschak

Gym. densiflora Abbildungen aus REICHENBACH, H. G. (1851):
Die Orchidaceen der deutschen Flora ... - Vol. 13; Die Orchideen, gedr. in Leipzig.
Die Bilder zeigen jedoch Blüten einmal mit langem, einmal mit kurzem Sporn?

Typische Infloreszenz von Gymnadenia densiflora . Alpenvorland  – 17.5.05
Foto: W. Dworschak

Infloreszenz von Gymnadenia densiflora mit Dickkopffalter  – 26.5.05
Foto: W. Dworschak

Albaform von Gymnadenia densiflora bei Ammerwald auf 1200 m – 16.6.06
Foto: W. Dworschak

Gruppe von Gymnadenia densiflora bei Huglfing am Bahndamm – 19.5.85
Foto: W. Dworschak

Infloreszenz von Gymnadenia densiflora am Kranzberg bei Mittenwald – 19.5.05
Foto: W. Dworschak

Der Rostfarbene Dickkopffalter ist ein häufiger Blütenbesucher und Bestäuber - Wolfratshausen - 09.07.2009
Foto: U. Grabner

Blütenstand von Gymnadenia densiflora bei Etting - Weilheim – 15.6.01
Foto: W. Dworschak

Werner Dworschak

Anmerkung:

Diese Sippe wurde bei der Neubearbeitung der Gattung Gymnadenia von W. DWORSCHAK als Gymnadenia splendida subsp. odorata neu beschrieben und seitdem als solche in den Kartierungsdatenbanken des AHO-Bayern als solche geführt. Im Laufe der Buchbearbeitung "Die Orchideen Bayerns" kristallisierte sich jedoch heraus, dass die morphologischen Merkmale, die Standortansprüche und der intensive Duft stets deckungsgleich mit den Meldungen und Beschreibungen von Gymnadenia densiflora aus dem gesamten Verbreitungsgebiet letzterer sind.
Als logische Konsequenz wurde der Name Gymnadenia splendida subsp. odorata in die Synonymie von Gymnadenia densiflora gestellt.

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